Satin Stoff – Stoffkunde mit Näh- und Pflegetipps

Mode, Nähen, Nähideen, Stoffkunde

Edle Satin- und Seidestoffe sind angesagt wie nie! Schlichte Oberteile und Tops im Croplängen im Stil der 90er Jahre erobern die Läden und Onlineshops. Doch was macht diesen glänzenden Stoff eigentlich aus? In unsere Stoffkunde erklären wir dir, was Satin Stoff eigentlich ist und was der Unterschied zur feinen Seide ist. Mit den passenden Pflege- und Nähtipps nähst du dein eigenes Must-Have.

Was ist Satin Stoff?

Im Gegensatz zu Stoffen wie Leinen, Baumwolle oder Viskose besteht Satin Stoff nicht aus einem spezifischen Material, sondern definiert sich durch die besondere Bindungsart. Mit der Atlasbindung überwiegen die parallelen Schussfäden an der oberen Seiten. So entsteht der tolle Glanz beim Satin. Je nach Grundmaterial der Fäden kann dieser Glanz von sehr stark bis dezent variieren. Für einen typischen Satinglanz eignen sich beispielsweise Polyesterstoffe, Viskose oder Seide.

Glänzender Satin

Diese Materialien haben teilweise sowieso einen leichten Glanz und eine glatte Faserstruktur. Die Stoffunterseite hingegen besteht vorwiegend aus den matten Kettfäden. Aber auch Baumwoll-Satin ist beliebt. Hier erscheint der Glanz-Effekt deutlich dezenter. Du spürst die spezielle Bindungsart vor allem an der glatten Oberfläche. Die untere Seite des Stoffes ist dagegen rauer. Merzerisierte Baumwolle eignet sich dabei besonders gut zur Verarbeitung. Sie ist leicht färbbar, stabil und hat vorher schon einen leichten Glanz.

Selbst Wolle oder Nylon können mit der Atlasbindung zu einem Satinstoff gewoben werden.

Eigenschaften von Satin Stoff

Satin-Stoff ist nicht nur für seinen edlen Glanz bekannt. Das Material ist hervorragend für festliche Angelegenheiten und glänzt je nach Lichteinfall. Matter Satin aus Baumwolle ist hingegen dezenter.

Aufgrund der meist glatten Oberfläche ist Satin außerdem kühlend und angenehm auf der Haut zu tragen. Damit sind Sommerkleider, Tops und Co. nicht nur optisch ein Highlight, sondern fühlen sich auch noch gut an. Mit einem fließenden Fall erhälst du Bekleidung mit einem wunderbar leichten Tragegefühl.

Doch auch für Bettwäche oder Vorhänge eignet sich die glatte Struktur des Baumwollsatins. Im Sommer ist dieser Stoff ebenfalls leicht kühlend und besonders angenehm. Trotz der Leichtigkeit ist der Satin je nach Grundmaterial strapazierfähig. Dennoch ist es ärgerlich, wenn du an einem feinen Faden hängen bleibst. Zieht dieser sich einmal aus der Webung ist der Fehler stets sichtbar.

Hier erhälst du noch einmal alle Eigenschaften im Überblick:

  • edler Glanzeffekt
  • vielseitig einsetzbar
  • strapazierfähig, allerdings auf Fadenziehung achten
  • besonders schick
  • meist fließender Fall, aber auch stabiler (je nach Material)
  • luxeriöse Optik
  • weich
  • kühlend und besonders toll für den Sommer

Glanz

Verwendung von Satin Stoff

Früher war der edle Stoff vor allem dem Adel für Möbel und Wohn-Accessoires vorbehalten. Heute ist Satin nahezu überall vertreten und erhält gerade in der Mode ein Revival! Dabei ist Satin nicht nur für edle Abende ein Hingucker! Für klassische Satintops und -kleider mit Wasserfall-Ausschnitt ist Satin hervorragend geeignet. Der Glanzeffekt kommt an den Falten besonders zur Geltung. Satin-Kleid nähen

Ein weiterer Einsatzort für den Satin sind Hochzeitskleider. Ob Schmuckband um die Taille oder weitere Details mit Glanz, sowohl Braut als auch Brautjungfern und Gäste sehen in Satin toll aus. Der schöne Glanz des Satins gilt auch heute noch als luxeriös und edel. Dennoch ist der Stoff heute auch alltagstauglich. Aktuell findest du den fließenden Hingucker auch als Loungewear, Crop-Tops oder für Korsett-Tops.

Neben toller Oberbekleidung darf das Untendrunter natürlich nicht fehlen. Satin ist auch bekannt als Hinguckern bei Dessous. Der edle Glanz schafft sinnliche Reflexe. Als zartes Nachthemd mit Spitze ist es nicht nur schön und sexy, sondern auch unheimlich angenehm für heiße Nächte!

Bei der Bettwäsche kommt der Satin auch nie aus der Mode. Von einigen verhasst von anderen im Sommer geliebt, bietet der kühlende Stoff echte Vorteile und ein leichtes Gefühl beim Schlafen. Außerdem gilt auch ein Bett mit Satin-Bettwäsche als besonders elegant und luxeriös!

Satin Bettwäsche

Für kleine Highlight auf anderen Stoffen nähst du Schrägband aus Satin an und erhälst so mehr Glanz und Glamour!

Satin-Schrägband

Nähtipps für Satin

Nähen mit feinen Stoffen wie Satin, Chiffon, Viskose oder ähnliches kann sich als besonders schwierig gestalten. Für ein frustfreies Nähen haben wir einige Tipps für dich zusammengefasst.

Satinbänder

1. Versäubern

Bei nahezu allen Webstoffen ist das Versäubern unheimlich wichtig. Auch noch bevor du den Stoff wäschst lohnt es sich alle offenen Kanten zunächst zu versäubern und erst dann zu waschen. Da der Stoff für Ziefäden empfindlich ist, kann dir dieser zusätzliche Schritt Ärger ersparen. Am besten klappt dies mit einer Overlock.

2. Markieren und zuschneiden von Satin Stoff

Satin ist nicht nur schwer zu vernähen, sondern auch beim Markieren und Zuschnitt solltest du einiges beachten. Trickmarker sind bei diesem Stoff eher ungeeignet. Stattdessen solltest du eher Schneiderkreide verwenden. Während der Marker mit seiner Farbe ausläuft, markiert die Kreide klare Linien.  Bevor du aufzeichnest solltest du auch auf die einheitliche Strichführung achten. So ist der Glanzeffekt später einheitlich.

3. Einstichlöcher von Stecknadeln vermeiden

Satin und feine Stoffe verzeihen keine falschen Stiche und Einstichlöcher von Stecknadeln sind meist sichtbar. Um diese zu vermeiden bzw. sie zu verstecken, erweiterst du die Nahtzugabe. Das heißt, statt beispielsweise 1,5 cm nimmst du 2,5 cm. Auf diesen kannst du die Schnittteile zusammenheften, ohne das später etwas von Außen sichbar ist.

Alternativ kannst du auch Stoffklammern verwenden.

Stoffklammern

4. Nahtbeginn mit Backpapier

Bevor du nun loslegst mit deiner Naht, überprüfe deine Nähnadel. Am besten ist eine feine Microtex-Nadel, die den Stoff nicht verletzt und möglichst kleine Einstiche hinterlässt. Andernfalls ist auch eine Universal-Nadel mit Stärke 60 möglich. Allerdings muss die Nadel in jedem Fall intakt und schön glatt sein. Es ist ratsam eine möglichst unbenutzte Nadel für solch feinen Stoffe zu verwenden. So ist das Risiko möglichst gering, dass du einen Faden ziehst. Du kannst die Naht mit einem Stück Backpapier auf den ersten Stichen etwas festigen. Später reißt du es ganz einfach aus.

Alternativ kannst du einen Obertransportfuß verwenden, der den herkömmlichen Transport bei anspruchsvollen Stoffen unterstützt.

5. Die richtigen Einstellung für Satin-Stoffe wählen

Mit einer geringen Stichlänge hälst du die feinen und rutschigen Stoffe fest zusammen. Wähle dafür am besten eine Länge von 1,5 – 2 mm. So verhinderst du ebenfalls ein späteres Verrutschen und alles bleibt an seinem Platz.

Mit Hilfe eines geringen Nähfußdrucks erhälst du eine möglichst gleichmäßige Naht, die sich nicht zusammenzieht,

6. Vorsichtig und nur von links bügeln

Beim Flachbügeln von Nähten und Falten ist bei dem feinen Stoff einiges zu beachten. Zunächst ist es wichtig, niemals auf der glänzenden Seite zu bügeln. Auf hohe Temperaturen solltest du verzichten, ebenso wie auf Dampf. Dadurch können unschöne Wasserflecken entstehen.

Pflegetipps für Satin-Stoffe

Satin ist je nach Material pflegeintensiver. Die Temperaturen beim Waschen sollten nicht höher als 40 Grad sein. Allerdings sind hier auch Abweichungen zu finden. Beispielsweise ist Baumwollsatin meist auch bei 60 Grad waschbar. Daher sind Waschhinweise wichtig zu beachten.

Mit einem Wäschenetz verhinderst du, dass dein Satinstück beim Waschen an anderen Kleidungsstücken hängen bleibt und eventuell Fäden zieht. Achte dabei immer auf ähnliche Farben. Je nach Material kann der Satinstoff auch andere Farben annehmen und sich verfärben.

Zum Trocknen kannst du deinen glänzenden Stoff auch in einen Wäschetrockner legen. Allerdings kann sich dies auch von Stoff zu Stoff unterscheiden.

  • maximal bei 40 Grad waschen, Baumwollsatin teilweise bis 60 Grad
  • Wäschenetz für besseren Schutz verwenden
  • mit ähnlichen Farben waschen
  • trocknen im Wäschetrockner ist meist möglich
  • Waschhinweise beachten
  • nur bei geringer Hitze und auf links bügeln

Passende Nähprojekte für Satin

Satin ist nicht nur wunderbar vielseitig, sondern auch genauso angesagt und im Trend! Prinzipiell nähst du Blusen, Kleider, Hosen und alles was deiner Kreativität entspringt mit dem glänzenden Stoff. Achte nur auf die Stoffempfehlung im Schnitt. Bei vorzugsweise dehnbaren Stoffen greifst du auf Stoffe mit Stretch zurück. Diese passend sich deinem Körper perfekt an.

Satin nähen

Hast du schon dein nächstes Nähprojekt mit Satin entdeckt?!

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